DAS Monatsblatt für Quickborn, Q-Heide, Q-Renzel, Ellerau, Hasloh, Hemdingen, Bilsen
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Auch so kann der Herbst aussehen

Wenn der deutsche Dichter Christian Friedrich Hebbel heute leben würde, wäre sein Herbstgedicht sicherlich anders ausgefallen. „Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah! Die Luft ist still, als atmete man kaum. Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah, die schönsten Früchte ab von jedem Baum.“ Also wenn man sich die letzten Tage bei uns in Quickborn ansah, darf man feststellen: Stille Luft sieht anders aus. Stürme mit Orkanstärke fegten über den Ort, sodass noch jetzt in einigen Bereichen dicke entwurzelte Eichen über den Feldwegen liegen. Da sind die besagten schönen Früchte vor Schreck wahrscheinlich gleich freiwillig abgesprungen. „Oh stört sie nicht, die Feier der Natur! Dies ist die Lese, die sie selber hält“ (Haben wir nur zu deutlich gespürt, Herr Hebbel). „Denn heute löst sich von den Zweigen nur, was von dem milden Strahl der Sonne fällt.“ Sonne? Was ist das? Vielleicht war der deutsche Herbst im 19. Jahrhundert noch etwas freundlicher, aber wir sind ja mittlerweile bereits glücklich, wenn wir trockenen Fußes über die Straße kommen. Aber vielleicht ist das Wetter im Herbst, wie auch schon zuvor im Sommer, eine Marketing-Idee der Handy-Industrie. Es wird bewusst auf lästige Sonnenstrahlen verzichtet, weil diese beim Ablesen von Handy- oder iPad-Displays oftmals hinderlich sind. Sehen Sie – man muss sich unser Wetter einfach nur schönreden. Und wer weiß, vielleicht kommt ja doch noch mal kurzzeitig irgendwann im Oktober zumindest für eine Stunde die Sonne raus, damit wir wieder solche Bilder wie oben genießen können.

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